Dermatologie für Kleintiere

Wenn Haut, Ohren und Pfoten Alarm schlagen

Ein Hund, der sich ständig kratzt. Eine Katze mit kahlen Stellen. Gerötete Ohren, beleckte Pfoten oder ein Knoten, der plötzlich größer wird: Hautprobleme sehen manchmal harmlos aus, können Tiere jedoch erheblich belasten. Die moderne Dermatologie betrachtet deshalb nicht nur die sichtbare Hautveränderung. Sie sucht nach der Ursache – vom Parasitenbefall über Infektionen bis zur Allergie.

In der Tierarztpraxis Scheyern verbinden wir eine sorgfältige Untersuchung mit gezielter Diagnostik direkt vor Ort. So entsteht kein Behandlungsplan von der Stange, sondern eine Lösung, die zum Tier, zum Krankheitsbild und zum Alltag seiner Menschen passt. 

Erfahren Sie in diesem Artikel, welche Hautprobleme bei Kleintieren besonders häufig auftreten, wie wir den Ursachen auf den Grund gehen und wann Sie mit Ihrem Tier nicht länger warten sollten.

Inhalt & Übersicht

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Dermatologie umfasst bei Kleintieren Erkrankungen der Haut, des Fells, der Ohren und angrenzender Bereiche.
  • Häufige Warnzeichen sind Juckreiz, kahle Stellen, gerötete Haut, Pfotenlecken und wiederkehrende Ohrenentzündungen.
  • Allergien, Parasiten, Pilze, Bakterien und Futtermittelunverträglichkeiten kommen als mögliche Ursachen infrage.
  • Abstriche, Hautgeschabsel und Abklatschpräparate können direkt in unserer Praxis zytologisch untersucht werden.
  • Hautknoten, Warzen und schnell wachsende Umfangsvermehrungen sollten tierärztlich kontrolliert werden.

Dermatologie bei Kleintieren: Juckreiz ist kein Charakterzug

Ein gelegentliches Kratzen gehört zum tierischen Alltag. Wird daraus jedoch ein ständiges Kratzen, Lecken, Knabbern oder Scheuern, sollten Tierhalterinnen und Tierhalter genauer hinsehen. Hauterkrankungen können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Zudem verstärkt sich das Problem häufig selbst: Das Tier kratzt, verletzt dabei die Hautbarriere und erleichtert Bakterien oder Hefepilzen das Eindringen.

Zu den Krankheitsbildern, die wir besonders häufig behandeln, gehören Entzündungen des äußeren Gehörgangs, sogenannte Otitiden. Betroffene Tiere schütteln häufig den Kopf, kratzen sich an den Ohren oder reagieren empfindlich auf Berührungen. Manche Ohren sind gerötet, heiß oder riechen auffällig.

Weitere typische Gründe für einen Praxisbesuch sind:

  • anhaltender oder wiederkehrender Juckreiz
  • haarlose oder deutlich ausgedünnte Stellen
  • gerötete, schuppige oder nässende Haut
  • Pusteln, Krusten und entzündete Hautpartien
  • allergisch bedingte Beschwerden
  • auffällig häufiges Schlecken an den Pfoten
  • Hautknoten, Warzen und andere Umfangsvermehrungen
  • gefüllte oder entzündete Analbeutel

Rutscht ein Hund mit der Hinterhand über den Boden, mag das auf den ersten Blick kurios aussehen. Dieses sogenannte Schlittenfahren kann jedoch auf gefüllte oder entzündete Analbeutel hinweisen. Auch kleine Knoten verdienen Aufmerksamkeit. Ob sich dahinter eine harmlose Warze, eine Entzündung oder eine andere Veränderung verbirgt, lässt sich durch bloßes Anschauen nicht immer feststellen.

Gute Dermatologie gleicht deshalb manchmal echter Detektivarbeit. Entscheidend ist nicht nur, was auf der Haut zu sehen ist. Ebenso wichtig sind Dauer und Verlauf der Beschwerden, mögliche saisonale Schwankungen, vorherige Behandlungen, die Ernährung und der eingesetzte Parasitenschutz.

Dermatologische Spurensuche: Diagnostik direkt vor Ort

Eine Salbe oder ein Shampoo auf Verdacht können Symptome kurzfristig lindern. Für eine nachhaltige Behandlung muss jedoch möglichst genau geklärt werden, warum Haut oder Ohren aus dem Gleichgewicht geraten sind. In der Dermatologie beginnt die Spurensuche daher mit einer eingehenden klinischen Untersuchung und einem ausführlichen Gespräch.

Bei Ohrproblemen setzen wir die Otoskopie ein. Mit dem Otoskop können wir den äußeren Gehörgang beurteilen und unter anderem Rötungen, Schwellungen, Sekret oder Fremdkörper erkennen. Anschließend kann ein Abstrich entnommen werden. Das gewonnene Material wird angefärbt und unter dem Mikroskop untersucht. So lassen sich beispielsweise Bakterien, Hefepilze und Entzündungszellen erkennen.

Für die Abklärung von Hautproblemen stehen uns verschiedene weitere Verfahren zur Verfügung:

  • Zytologische Untersuchung:

Bei einem Abstrich oder Abklatschpräparat werden Zellen und mögliche Mikroorganismen von der betroffenen Hautstelle aufgenommen. Nach dem Anfärben folgt die Untersuchung unter dem Mikroskop. Diese Diagnostik kann direkt in unserer Praxis erfolgen und liefert häufig schnell wertvolle Hinweise.

  • Hautgeschabsel und Pilzdiagnostik:

Ein Hautgeschabsel dient insbesondere der Suche nach bestimmten Milbenarten. Besteht der Verdacht auf einen Hautpilz, können eine Woodsche Lampe und ein Pilztest eingesetzt werden. 

  • Feinnadelaspiration bei Hautknoten.

Bei der Feinnadelaspiration werden mit einer dünnen Nadel Zellen aus einem Knoten oder einer Umfangsvermehrung gewonnen. Die anschließende Zytologie kann erste Hinweise auf die Art der Veränderung liefern und dabei helfen, das weitere Vorgehen festzulegen. 

  • Allergiescreening und Blutuntersuchung:

Abhängig von den Beschwerden können ein Allergiescreening oder weitere Blutuntersuchungen sinnvoll sein. Ein einzelner Wert liefert jedoch nicht automatisch die vollständige Antwort. Erst die Verbindung aus Vorgeschichte, klinischer Untersuchung und passenden Tests ergibt ein aussagekräftiges Gesamtbild.

Dermatologie Kleintiere, Tierarzt Scheyern
Logo der Tierarztpraxis Scheyern im Raum Pfaffenhofen und Schrobenhausen

Über die Tierarztpraxis Scheyern

Die Tierarztpraxis Scheyern ist eine inhabergeführte Tierarztpraxis für Klein-, Groß- und Nutztiere mit modernem medizinischem Anspruch und starker regionaler Verwurzelung. Ein erfahrenes Team aus Tierärztinnen und TFA’s betreut täglich Tierhalterinnen und Tierhalter sowie landwirtschaftliche Betriebe aus Scheyern, Pfaffenhofen, Schrobenhausen und der gesamten Hallertau.

Zum Leistungsspektrum gehören die allgemeine tiermedizinische Versorgung, Vorsorge, Diagnostik, Notfallmedizin sowie die Betreuung akuter und chronischer Erkrankungen bei Klein- und Großtieren. Durch strukturierte Diagnostik, kontinuierliche Weiterbildung und die Zusammenarbeit mit spezialisierten Tierkliniken bietet die Praxis eine fundierte und verantwortungsvolle medizinische Betreuung – immer mit Blick auf das Wohl des Tieres und eine ehrliche Beratung der Tierbesitzer.

Allergien, Parasiten und Ernährung: drei häufige Auslöser

Allergien gewinnen in der tierärztlichen Dermatologie, besonders bei Hunden, an Bedeutung. Entsprechende Beschwerden beobachten wir unter anderem häufig bei Schäferhunden, Bulldoggen und Labradoren. Typisch sind Juckreiz, wiederkehrende Ohrenentzündungen, gerötete Haut und intensives Pfotenschlecken. Auslöser können Umweltallergene, Flohspeichel oder Bestandteile des Futters sein.

Orientierung im Futtermitteldschungel

Bei Futtermittelunverträglichkeiten ist die Auswahl des richtigen Futters entscheidend. Bezeichnungen wie „sensitiv“ oder „getreidefrei“ reichen zur Beurteilung jedoch nicht aus. Besteht ein konkreter Verdacht, kann ein medizinisch geprüftes Diätfuttermittel sinnvoll sein. 

Wir beraten Sie bei der Auswahl und erklären, worauf während einer diagnostischen Fütterung zu achten ist.

Parasiten kennen keine Urlaubssaison

Mildere Temperaturen begünstigen längere Aktivitätszeiträume von Zecken und anderen Überträgern. Gleichzeitig können Reisen und importierte Tiere dazu beitragen, dass sogenannte Mittelmeerkrankheiten auch hier stärker in den Fokus rücken. 

Dazu gehören Leishmaniose, Ehrlichiose, Babesiose – auch „Hundemalaria“ genannt – und die Herzwurmerkrankung. Nicht alle diese Krankheiten sind flächendeckend in Deutschland verbreitet.

Ein individuell abgestimmter Parasitenschutz bleibt dennoch wichtig – für das Tier und als zusätzlicher Schutz des häuslichen Umfelds.

Kratzen, Kopfschütteln, Knoten: Wann ist ein Praxisbesuch sinnvoll?

Nicht jede Hautveränderung ist ein Notfall. Folgende Symptome sollten Sie jedoch zeitnah untersuchen lassen:

  • starkes Kratzen an den Ohren oder häufiges Kopfschütteln
  • schiefe Kopfhaltung
  • gerötete Ohrmuscheln
  • heiße, schmerzhafte oder auffällig riechende Ohren
  • anhaltender Juckreiz und intensives Pfotenschlecken
  • Pusteln, Krusten oder gerötete Haut
  • schnell wachsende Hautknoten und Umfangsvermehrungen

Durch ständiges Kratzen und Lecken kann die Haut zusätzlich geschädigt werden. Frühzeitige Dermatologie hilft, die Ursache zu erkennen und Folgeentzündungen zu vermeiden.

 

Dermatologie für Kleintiere – Selten eine Universallösung

Dermatologische Befunde lassen sich selten mit einer Universallösung behandeln. In der Tierarztpraxis Scheyern grenzen wir mögliche Ursachen durch eine sorgfältige Untersuchung und gezielte Diagnostik ein. Zum Kleintierteam gehört auch Dr. Marion Kixmöller, die ihre dermatologische Qualifikation mit dem Abschluss General Practitioner Dermatology (GPCert) vertieft hat.

Aus den Untersuchungsergebnissen entwickeln wir einen individuellen Behandlungsplan, der nicht nur sichtbare Beschwerden lindern, sondern möglichst an ihrem Auslöser ansetzen soll.

Dermatologische Hilfe im Raum Pfaffenhofen und Schrobenhausen

Unsere Praxis befindet sich in Scheyern bei Pfaffenhofen an der Ilm. Wir behandeln auch Kleintiere aus Schrobenhausen, Rohrbach an der Ilm, Geisenfeld, Aichach und Freising. 

Kratzt sich Ihr Tier auffällig häufig, schleckt es ständig seine Pfoten oder zeigen sich Veränderungen an Haut und Ohren? Dann nehmen Sie Kontakt mit unserem Praxisteam auf und vereinbaren Sie einen Untersuchungstermin. Gemeinsam klären wir, was hinter den Beschwerden steckt.

FAQ Dematologie bei Kleintieren

Dazu zählen Erkrankungen der Haut, des Fells und der Ohren sowie Allergien, Parasitenbefall, Hautpilze, Pfotenprobleme und Hautknoten.

Nein. Eine Feinnadelaspiration kann erste Hinweise auf die Art der Veränderung liefern. Ob eine Entfernung oder weitere Untersuchung notwendig ist, hängt vom Befund ab.

In der Regel erfolgt die Abklärung über eine konsequente Ausschlussdiät mit einem geeigneten tiermedizinischen Futter. Ein Bluttest allein ermöglicht normalerweise keine sichere Diagnose.

Mögliche Ursachen sind Allergien, Parasiten, anatomische Besonderheiten oder eine bislang nicht erkannte Grunderkrankung. Deshalb sollte nicht nur die akute Entzündung behandelt werden.